Systemabsturz durch atikmdag.sys beheben

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Wenn die Arbeit plötzlich mit einem Bluescreen unterbrochen und als Ursache atikmdag.sys ausgegeben wird, besteht erst einmal kein Grund zur Besorgnis. In verschiedenen Netzforen wird das Problem häufig mit Computerviren, BIOS-/EFI-Problemen oder einem Hardware-Defekt in Zusammenhang gebracht, was allerdings nicht zutrifft.

atikmdag.sys

Bei atikmdag.sys handelt es sich um den Grafiktreiber der AMD (Advanced Micro Devices) ATI Radeon-Familie. Im Fall eines Bluescreens (BSOD) oder auch einem plötzlichen Systemneustart, gab die Treiberdatei keine Rückmeldung mehr an das Betriebssystem. Eventuell sind bereits im Vorfeld verschiedentlich Darstellungsprobleme und Grafikfehler im System aufgetreten.

Das Problem ist altbekannt und betrifft Windows 7, 8, 8.1 sowie 10. Die Ursache für das Auftreten können sowohl beschädigte Treiberdateien, als auch beschädigte Registrierungsschlüssel oder kürzlich durchgeführte Updates sein.

Die Treiberdatei findet sich im Verzeichnis C:\Windows\System32\drivers\atikmdag.sys

Problemlösung

Aktualisieren des ATI Radeon-Treibers

Für den Fall, dass Sie nicht wissen, um welches Modell es sich bei Ihrer Grafikkarte genau handelt, nutzen Sie das AMD Driver Autodetect Tool. Falls Ihnen Informationen über die Grafikkarte mit ihrer genauen Bezeichnung vorliegen, aktualisieren Sie das Modell manuell durch Herunterladen des passenden Treiberpakets. Bitte laden Sie aus Sicherheitsgründen immer nur Treiber und Software aus zertifizierten und vertrauenswürdigen Quellen herunter, zum Beispiel direkt beim Hersteller wie in der Verlinkung.

Nach erfolgreich abgeschlossener Aktualisierung muss Windows neu gestartet werden.

Neuinstallation des Treibers

Sollte wie im obigen Schritt beschrieben bereits die aktuelle Treiberversion auf Ihrem Computer installiert sein, deinstallieren Sie den bestehenden komplett über die Windows-Einstellungen Apps & Features (Windows 10) bzw. über die klassische Systemsteuerung > Programme in älteren Windows-Versionen. Führen Sie anschließend mit dem im ersten Schritt heruntergeladenen Softwarepaket von AMD eine Neuinstallation des Grafiktreibers durch. Im Anschluss muss das System neu gestartet werden.

SFC (System File Check)

Da ein Problem viele Quellen haben kann, lässt sich nicht ausschließen, dass sich die Ursache noch an einer anderen Stelle findet. Führen Sie daher eine Überprüfung mit dem Systemdatei-Überprüfungsprogramm SFC durch, um die Registry zu reparieren.

Öffnen Sie hierzu mit Administratorrechten (Rechtsklick auf das Programmsymbol > „Als Administrator ausführen“) entweder die Windows-Powershell oder die Eingabeaufforderung, und geben Sie folgenden Befehl ein:

> sfc /scannow

Systemabsturz durch atikmdag.sys beheben

Sollten bei dieser Prozedur Probleme gefunden werden, werden beschädigte Registrierungsschlüssel und Dateien vom Betriebssystem repariert. Nach abgeschlossenem Scanvorgang ist auch an dieser Stelle ein Neustart des Systems notwendig.

Auf „Reparatur-Tools“ verzichten

Bei diesem Punkt handelt es sich lediglich um eine Empfehlung: Verzichten Sie in jedem Fall auf Reparatur-Tools unseriöser Hersteller, Registry-Cleanern und ähnlichen Programmen, die Ihnen in Suchergebnissen, Werbeanzeigen, Blogs oder Download-Sektionen ominöser Portale als Wundermittel angeboten werden! Diese Programme richten meist noch mehr Schaden an und helfen nicht bei einem Problem. Mehr zu diesem Thema und warum keines dieser Tools selbst gegen Bezahlung ein Problem lösen wird, finden Sie in einem anderen Artikel.

Nutzen Sie die systeminterne Windows-Problemlösung, Microsoft Fix-It-Tools oder Microsoft WinRE (Recovery Environment) als letztmöglichen Schritt vor der Neuinstallation Ihres Betriebssystems.

Notfallprozedur

Sollten alle der oben genannten Wege fehlschlagen, besteht nur noch die Möglichkeit einer Systemwiederherstellung. Sollte dieser Schritt notwendig sein, stellen Sie vor der Durchführung sicher, dass alle Ihre Daten und notwendigen Programme gesichert sind und als Backup auf einer externen Festplatte oder einem Cloud-Speicher vorliegen. Windows bietet zwar die Option Dokumente und Daten bei einer Neuinstallation zu behalten, dennoch empfehle ich an diesem Punkt besser Vorsicht statt Nachsicht walten zu lassen.

Unter Windows 10 navigieren Sie dazu in die Windows-Einstellungen > Update und Sicherheit > Wiederherstellung (Seitenleiste). Dort wählen Sie Diesen PC zurücksetzen aus und folgen den Anweisungen auf dem Bildschirm.

Unter Windows 7, 8 sowie 8.1 und abwärts navigieren Sie zur Systemsteuerung > Alle Systemsteuerungselemente > Wiederherstellung. Im geöffneten Fenster wählen Sie nun den Punkt Systemwiederherstellung öffnen und folgen den Schritten auf dem Bildschirm.

Beide Prozeduren benötigen leider einige Zeit zur Durchführung.

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