Edge: Warum der Wechsel zu Chromium keine gute Nachricht ist

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Der Microsoft Edge-Browser, Nachfolger des Internet Explorers, setzt laut Microsoft zukünftig auf Googles Chromium-Engine statt wie bisher auf EdgeHTML. Damit gehört Google quasi die Alleinherrschaft.

Chromium nun de facto Standard

Auch wenn der Microsoft-Browser in Sachen Marktanteil nicht den Beliebtheitsgrad von Google Chrome erreicht, profitierte Edge durchaus von der festen Implementierung in das Windows-Betriebssystem. Googles Chromium (Blink) Web-Engine wird damit aber de facto zum Standard. Das bedeutet wiederum auch, dass Google fast die Alleinherrschaft, die Entscheidungsmacht und die Kontrolle besitzt. Bekanntlich ist mangelnde Konkurrenz nicht besonders vorteilhaft, was die Weiterentwicklung von Produkten anbelangt. Der alternative Browser Opera nutzt bereits seit einiger Zeit die Chromium-Engine, die Ausnahme stellt nun nur noch Mozillas Firefox mit der Quantum-Engine (ehemals Gecko).

Gefahrenpotential

Auch wenn es sich bei Chromium um OpenSource handelt und viele an der Entwicklung beteiligt sind, schmälert sich das Risiko dadurch kaum, wenn eventuelle Schwachstellen in der Engine nach sich ziehen würden, dass automatisch alle Browser darüber attackiert werden können. 

Als Microsoft mit dem Internet Explorer um die Jahrtausendwende die Alleinherrschaft innehatte, wurde nicht nur die Konkurrenz wie beispielsweise Netscape vernichtet, es litt neben der Entwicklung der Online-Infrastruktur auch die Entwicklung neuer Technologien und nicht zuletzt die Sicherheit. Neuerungen wurden um Jahre verzögert, bis Mozilla einen Gegenangriff startete, woraus später der ehemals beliebte Browser Firefox hervorging. 

Edge für macOS und ältere Windows-Versionen

Mit der Ankündigung der neuen Engine ließ Microsoft ebenso verlauten, dass Edge für macOS sowie ältere Betriebssysteme verfügbar sein wird. Darunter fallen Windows 8, 8.1 und 7. Für die mobilen Systeme iOS und Android steht Edge bereits seit einiger Zeit zur Verfügung.

Der Wechsel zu Chromium bedeutet ebenso, dass zukünftig Chrome-Extensions auch für den Edge-Browser verwendet werden können.

Mozilla könnte profitieren

Während Opera Microsofts Entscheidung begrüßte, zeigte sich Mozilla wenig begeistert, als Microsoft die Nachricht des Wechsels verlauten ließ. Dennoch hat auch Mozilla die Chance erkannt, sich nun als Retter des freien Internets und des Datenschutzes zu profilieren. Firefox, der ehemals sehr beliebte Browser, stürzte in den vergangenen Jahren auf zuletzt nur noch zehn Prozent internationalem Marktanteil. Aufgrund des hohen Speicherbedarfs, fragwürdigen Entscheidungen der Geschäftsführung und einem Vertrauensverlust der Nutzer durch personalisierte Werbung anhand der Browserhistorie, steht der Mozilla-Browser heute im Schatten des Platzhalters Google Chrome. Da mit Microsofts Entscheidung quasi nur noch Chromium bzw. Blink und Quantum präsent sind, könnte Mozilla mit dem richtigen Einfühlungsvermögen und einem glücklichen Händchen die Marktanteile des Firefox-Browsers wieder steigern.

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