Ausprobiert: Elementary OS

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Erscheint eine neue Linux-Distribution, ist für gewöhnlich keine Meldung von Nöten, wahrscheinlich ist es nur eine von hunderten am Tag. Optisch sticht jedoch unter den Unmengen an Distributionen eine noch sehr frische Linux-Distro heraus, Elementary OS.

Ausprobiert: Elementary OS

Der Desktop

Ausprobiert: Elementary OS

Auf den ersten Blick fällt die starke Ähnlichkeit zu macOS im Design auf, auch Fenster und verschiedene Bedienelemente lehnen sich deutlich an macOS an. Ein Dock und eine Menübar, was sich etwas karg aber dennoch schlicht und modern präsentiert, zeigt sich für ein Linux auch für weniger erfahrene Anwender als außergewöhnlich benutzerfreundlich. Unter der Haube läuft ein aktuelles Ubuntu-Linux – das System alles in allem arbeitet stabil, Effekte und Animationen laufen auch unter einer VM flüssig. Auffallend an der Benutzeroberfläche ist, dass sehr auf Einheit und “Sauberkeit” von GUI und Effekten geachtet wurde, ganz anders als bei vielen Linux-Distributionen.
Neu in der aktuellen Version 0.2 ist die eigenständige Pantheon-Desktopumgebung und der “Gala” Window Manager, den Ursprung hat Elementary OS bereits 2011 unter dem Namen “Jupiter”, damals noch mit dem GNOME-Desktop.

Anwendungsmenü

Sehr übersichtlich im Gegensatz zu vielen optisch aufgepeppten Linuxen zeigt sich das Anwendungsmenü. Es besteht schlicht aus einer Auflistung der Programme, Suchfunktion und zwei Möglichkeiten zur Ansichtsänderung. Hier sind auch die üblichen “Basic”-Programme ohne viel Schnickschnack zu finden. Die meist genutzten Programme können wie bei macOS im Dock abgelegt werden, um schnellen Zugriff darauf zu gewähren. Im Menü findet sich unter “Dateien” auch ein Zugang zur Ordnerstruktur.

Browser

Ausprobiert: Elementary OS

Als Standard-Browser ist hier ausnahmsweise kein ressourcenhungriger Firefox installiert. Midori, WebKit-basierend und optisch auch sehr an Safari angelehnt, bietet er schnelles und ressourcenfreundliches Surfen mit den üblichen, standardisierten Browserfunktionen.

Programme

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Unter den vorinstallierten Programmen bieten sich die üblichen Grundfunktionen. Mediaplayer, E-Mail und IM-Client, AppCenter, Browser, Kalender und einiges mehr. Die aus der Linux-Welt bekannten Programme sind teilweise etwas vereinfacht, professionelle bzw. tiefgreifendere Funktionen fehlen allerdings.

Terminal

Ausprobiert: Elementary OS

Das klassische Terminal darf natürlich nicht fehlen. Auch in Elementary OS bietet sich hier die ganze Bandbreite der linuxtypischen Funktionen.

Appcenter

Ausprobiert: Elementary OS

Das aus Ubuntu bekannte AppCenter ist auch in Elementary OS implementiert, hier können unkompliziert kostenlose und kostenpflichtige Apps installiert werden. Leider lässt sich auch hier die akute Armut an Anwendungsprogrammen von Linux-Betriebssystemen spüren, in der Auswahl ist jedoch sicherlich etwas fürs jeden dabei.

Fazit

Elementary OS präsentiert sich schnell, stabil, schön und fein ausgearbeitet. “Fertig” ist es nach Angaben des Herstellers zwar noch nicht, im Test hat es sich allerdings sehr robust gezeigt. Es bietet die bekannte Zuverlässigkeit von Linux, ist angenehm “entschlackt”, macht einen frischen, modernen Eindruck. Es bietet auf jeden Fall ein sympathisches Tor in die Linux-Welt. Für welche Zielgruppe, Neulinge oder erfahrene, gar professionelle Anwender es nun am besten geeignet ist, vermag ich nicht zu bestimmen – einen Versuch ist es aber allemal wert. Das Betriebssystem wird auf der Herstellerseite als 32- und 64-Bit-Version kostenlos zum Download angeboten.

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