Antworten zum Windows 7 Support-Ende

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Am 14. Januar 2020 stellt Microsoft, wie bereits berichtet, den Support für das 2009 erschienene Windows 7 ein (offizielle Stellungnahme). Ab diesem Tag gibt es für Privatanwender keine Sicherheitsupdates, keine Softwareaktualisierungen und keinen technischen Support mehr. Das Betriebssystem läuft aktuell noch auf einem knappen Drittel aller Computer, der Marktanteil verhält sich dabei relativ konstant.

Viel heiße Luft

Kaum rückt der Termin in greifbare Nähe, überschlagen sich Nutzer in sozialen Medien wie auch bedauerlicherweise immer wieder Themenportale mit reißerischen Hiobsbotschaften. Dabei finden sich so abenteuerliche Mitteilungen wie, Windows 7 werde am Folgetag unbenutzbar sein, man werde gezwungen auf Windows 10 zu aktualisieren und, man mache sich mit der Weiternutzung sogar strafbar. Letzteres hat zumindest für Unternehmen und Behörden einen wahren Kern.

DSGVO

Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) sieht vor, dass sich Behörden und Unternehmen an den aktuellen Stand der Technik halten müssen, um die Datensicherheit bei der Verarbeitung persönlicher Daten zu gewährleisten. Ein Verstoß dagegen kann durchaus mit einem Bußgeld belegt werden, Versicherungen können im Schadenfall auch eine Regulierung ablehnen. Nebenbei sei noch erwähnt, Behörden und Unternehmen erhalten von Microsoft bis Januar 2023 erweiterten Support (ESU – Extended Security Updates) – für private Anwender ist diese Option jedoch ausgeschlossen.

Windows 7 weiterhin nutzbar

Woher auch immer die Meldungen stammen wie, Windows 7 werde am 15. Januar 2020 nur noch einen schwarzen Bildschirm zeigen, man kann sie getrost ignorieren. Windows 7 bleibt auch am Tag nach dem Support-Ende weiterhin uneingeschränkt verwendbar, jedoch wird ein EoL Hinweis (End of Life) angezeigt. Dringend muss aber Erwähnung finden, dass eine Weiterverwendung des Betriebssystems aus Sicherheitsgründen nicht empfohlen werden kann.

Was sollten Anwender tun?

Heimanwender sollten Windows 7 nach dem Stichtag nicht mehr einsetzen. Bestehende Sicherheitslücken erhalten keine Patches mehr, wodurch Kriminelle verstärkt Augenmerk auf Computer mit dem Betriebssystem nehmen könnten. Auch Softwareanbieter ziehen sich längst vermehrt aus der Entwicklung und Unterstützung ihrer Treiber und Software für Windows 7 zurück, sodass in absehbarer Zeit damit zu rechen ist, dass neue Anwendungen nicht mehr lauffähig sind. Gerade alte Software stellt ein bevorzugtes Ziel für Kriminelle dar, es ist also keine nennenswerte Sicherheit mehr geboten – trotz vielleicht aktuellem Virenscanner.

Auch Unternehmen wie Behörden sollten zeitnah auf neuere Betriebssysteme umsteigen. Branchensoftware für neuere Windows-Versionen sollten inzwischen kein Thema mehr sein,

Umstieg vorbereiten

  • Sichern Sie vor der Aktualisierung unbedingt Ihre persönlichen Daten, zum Beispiel auf externen Medien.
  • Prüfen Sie, ob Ihr Gerät die Systemvoraussetzungen eines aktuellen Windows-Systems erfüllt.
  • Erkundigen Sie sich über die einzelnen Windows-Versionen.
  • Informieren Sie sich über alternative Systeme wie macOS oder Linux.
  • Haben Sie alte Programme, die nicht unter Windows 10 oder alternativen Systemen laufen, ziehen Sie eine Virtualisierungssoftware wie VirtualBox in Betracht.
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